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Hurrelmann – Zim-Blog
Dez 042016
 

 

Nach Hurrelmann werden in heutigen  Industriegesellschaften für die Adoleszenzphase im menschlichen Lebenslauf folgende Entwicklungsaufgaben benannt:

Kompetenz, Qualifizieren

Entwicklung einer intellektuellen und sozialen Kompetenz, um selbstverantwortlich schulischen und    anschließend beruflichen Qualifikationen nachzukommen, mit dem Ziel, eine berufliche Erwerbsarbeit aufzunehmen und dadurch die eigene ökonomische und materielle Basis für die selbstständige Existenz als Erwachsener zu sichern.

Beziehungsfähigkeit, Binden

Entwicklung der eigenen Geschlechterrolle und des sozialen Bindungsverhaltens zu Gleichaltrigen des eigenen und des anderen Geschlechts, Aufbau einer heterosexuellen Partnerbeziehung, die langfristig die Basis für die Erziehung eigener Kinder bilden kann.

Ethisch-moralischer Standpunkt, Partizipieren

Entwicklung eines eigenen Wert- und Normsystems und eines ethischen und politischen Bewusstseins und Engagements, so dass langfristig ein verantwortliches Handeln in diesem Bereich möglich wird.

Adäquate Nutzung des Konsum- und Freizeitangebots, Konsumieren

Entwicklung eigener Handlungsmuster für die Nutzung des Konsumwarenmarktes und des kulturellen Freizeitmarktes (einschließlich Medien und Genussmitteln) mit dem Ziel, einen eigenen Lebensstil zu entwickeln und zu einem autonom gesteuerten und bedürfnisorientierten Umgang mit den entsprechenden Angeboten zu kommen. Entlastungsfunktion.

Entwicklungsaufgaben sind Zielprojektionen, die in jeder Kultur existieren, um die Anforderungen zu definieren, die ein Jugendlicher bei der Auseinandersetzung mit den Lebensbedingungen zu erfüllen hat.

Das Modell der produktiven Realitätsverarbeitung

Die Verarbeitung ist „produktiv“, weil sie sich aus der jeweils individuell kreativen Aneignung der inneren und äußeren Bedingungen ergibt. Es sind „agentische“ Prozesse, bei denen ein Jugendlicher eine individuelle, den eigenen Voraussetzungen und Bedürfnissen angemessene und flexibel angepasste Form wählt.

Die zehn Maximen

Erste Maxime: Wie in jeder Lebensphase gestaltet sich im Jugendalter die Persönlichkeitsentwicklung in einem Wechselspiel von Anlage und Umwelt. Hierdurch werden auch die Grundstrukturen für Geschlechtsmerkmale definiert.

Zweite Maxime: Im Jugendalter erreicht der Prozess der Sozialisation, verstanden als die produktive Verarbeitung der inneren und äußeren Realität, eine besonders intensive Phase, der für den ganzen weiteren Lebenslauf ein Muster bildender Charakter zukommt. Die produktive Realitätsverarbeitung setzt eine Bewältigung der für das Jugendalter typischen Entwicklungsaufgaben voraus und die erworbenen Strategien sind musterbildend für den weiteren Lebensweg.

Dritte Maxime: Menschen im Jugendalter sind schöpferische Konstrukteure ihrer Persönlichkeit mit einer sich schrittweise erweiternden Kompetenz zur selbstverantwortlichen Lebensführung. Die Jugendlichen repräsentieren den Wandel der Gesellschaft. Sie reagieren auf die neuesten kulturellen, sozialen und ökonomischen Veränderungen. Sie zeigen eine suchende und sondierende Haltung. Die jugendtypischen Formen der Lebensführung werden immer aussagekräftiger für frühes und spätes Erwachsenenalter.

Vierte Maxime: Die Lebensphase Jugend ist durch die lebensgeschichtlich erstmalige Chance gekennzeichnet, eine Ich-Identität zu entwickeln. Diese Ich-Identität entsteht aus dem Austarieren von persönlicher Individuation und sozialer Integration, die in einem spannungsreichen Verhältnis zueinander stehen. Die Kontinuität des Selbsterlebens beruht auf Verbindung von Individuation und Integration. Deren Spannungsverhältnis entscheidet über Belastbarkeit und  Entfaltungsmöglichkeiten.

Fünfte Maxime: Der Sozialisationsprozess im Jugendalter kann krisenhafte Formen annehmen, wenn es Jugendlichen nicht gelingt, die Anforderungen der Individuation und der Integration aufeinander zu beziehen und miteinander zu verbinden. In diesem Fallwerden die Entwicklungsaufgaben des Jugendalters nicht gelöst und es entsteht ein sich aufstauender Entwicklungsdruck. Nichtbewältigung einer Entwicklungsaufgabe führt zu Schwierigkeiten bei der  Lösung einer anderen. Eine Überforderung durch Komplexität der Entwicklungsaufgaben führt zur sozialen  und gesundheitlichen Entwicklungsstörung

Sechste Maxime: Um die Entwicklungsaufgaben zu bewältigen und das Spannungsverhältnis von Individuations- und Integrationsanforderungen auszutarieren, sind neben individuellen Bewältigungsfähigkeiten („personale Ressourcen“) auch soziale Unterstützungsleistungen von den wichtigsten Bezugsgruppen („soziale Ressourcen“) notwendig.

Siebte Maxime: Neben der Herkunftsfamilie sind Schulen, Ausbildungsstätten, Gleichaltrige und Medien als „Sozialisationsinstanzen“ die wichtigsten Vermittler und Unterstützer im Entwicklungsprozess des Jugendalters. Günstig für die Sozialisation sind sich ergänzende und gegenseitig anregende Impulse dieser Instanzen.

Achte Maxime: Die Lebensphase Jugend muss unter den heutigen historischen, sozialen und ökonomischen Bedingungen in westlichen Gesellschaften als eine eigenständige Phase im Lebenslauf identifiziert werden. Sie hat ihren früheren Charakter als Übergangsphase vom Kind zum Erwachsenen verloren.

Neunte Maxime: Hoch entwickelte Gesellschaften sind nicht nur durch schnellen sozialen Wandel, sondern auch durch ein großes Ausmaß an sozialer und ethnischer Vielfalt und durch immer stärker werdende ökonomische Ungleichheit gekennzeichnet. Diese Merkmale prägen zunehmend auch die Jugendphase und führen zu einer Spaltung jugendlicher Lebenswelten.

Zehnte Maxime: Die Zugehörigkeit zum weiblichen oder männlichen Geschlecht prägt die Muster der Bewältigung der Entwicklungsaufgaben. In den letzten drei bis vier Jahrzehnten haben die Mädchen und jungen Frauen sich in vielen Bereichen der Lebensführung bessere Ausgangschancen als die Jungen und die jungen Männer erschlossen.

 

Jan 172016
 

Prof. Dr. Klaus Hurrelmann *1944

Hurrelmanns wichtigsten Arbeitsgebiete sind die Sozialisations- und Bildungsforschung mit den Schwerpunkten Kindheit, Jugend und Schule sowie die Gesundheitsforschung mit dem Schwerpunkt Prävention. In diesen Gebieten hat er, teilweise zusammen mit Kolleginnen und Kollegen, mehrere Bücher publiziert und herausgegeben. Die höchsten Auflagen haben seine Werke “Einführung in die Sozialisationstheorie”, „Lebensphase Jugend“, “Gesundheits- und Medizinsoziologie” und “Einführung in die Kindheitsforschung” erreicht. Seine Sozialisationstheorie („Modell der produktiven Realitätsverarbeitung“) und seine Theorie der Entwicklungsaufgaben („Maximen der Persönlichkeitsentwicklung im Jugendalter“) haben Eingang in zahlreiche schulische und akademische Unterrichtwerke gefunden und sind vielfach Prüfungsthemen.

Wichtig für die Prüfungen: Entwicklungsaufgaben des Jugendalters und die 8 bzw. neuerdings 10 Maxime

Einige Kollegen setzen sich wegen der so empfundenen normativen Vorgaben Hurrelmanns sehr kritisch mit ihm auseinander, aber ich erkenne bei ihm zumindest tendenziell sehr viel Deskriptives.

Aus der Abiturvorbereitung einer Schülerin 2014

Vortrag zum Kennenlernen