Symbolischer Interaktionismus, eine weit gefaßte, übergreifende Perspektive, die sich auf einem sehr grundsätzlichen Niveau mit der Analyse von menschlichen Gesellschaften befaßt. Zu den wichtigsten Vertretern des symbolischen Interaktionismus zählen der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wirkende Sozialpsychologe George Herbert Mead und der in den 70er Jahren bekannt gewordene Soziologe Erving Goffman. Im Rahmen der Arbeiten des symbolischen Interaktionismus sind verschiedene Wissenschaftsdisziplinen zu finden wie etwa Psychologie, Soziologie, Ethnologie, Ethologie oder Kulturanthropologie. Zudem werden so unterschiedliche Konzepte integriert wie Behaviorismus, soziale Rollen, Situation und Handlung. Kernstück des symbolischen Interaktionismus sind die symbolisierenden Interaktionen. Menschliches Sozialverhalten läuft mittels Gebärden und verbalen oder nonverbalen Gesten ab, die als Symbole für bestimmte Bedeutungsgehalte stehen und durch die die Situationen des menschlichen Lebens ihre Bedeutung erhalten. Das heißt, daß Personen die Lebenssituationen in ihrer Bedeutung interpretieren und sich dazu verhalten. Das Wissen über die Bedeutungen wird unter anderem über kulturelle und gesellschaftliche Bedingungen vermittelt und so von vielen Menschen geteilt (Kulturpsychologie).